Mainz zählt zu den ältesten jüdischen Gemeinden Europas und war im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Die 1912 errichtete Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße fiel während der Pogromnacht 1938 der Zerstörung zum Opfer. Jahrzehnte später entstand an genau diesem Standort ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge – ein sichtbares Symbol für das fortbestehende jüdische Leben in Mainz.
Die Neue Synagoge wurde am 3. September 2010 feierlich eröffnet. Entworfen vom Kölner Architekten Manuel Herz, orientiert sich das Gebäude mit seiner besonderen Formensprache am hebräischen Wort Keduschah (Heiligung), dessen fünf Buchstaben die Struktur des Baukörpers prägen. Die grün glasierten Keramikelemente an der Fassade und die markante, asymmetrische Form setzen ein klares architektonisches Zeichen, das sich bewusst von traditionellen Bauformen abhebt.
Die Synagoge ist nicht nur Ort des Glaubens und der Gemeinschaft, sondern auch ein Ort der Erinnerung. Auf dem Vorplatz stehen rekonstruierte Fragmente des Säulenportikus der alten Synagoge von 1912, die Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Mit der Umbenennung der Hindenburgstraße in „Synagogenplatz“ wurde dem historischen und heutigen Stellenwert jüdischen Lebens auch im Stadtbild Rechnung getragen.
Besichtigung: Führungen durch die Neue Synagoge sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Dabei erhalten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Geschichte der Mainzer jüdischen Gemeinde, die Architektur des Hauses und das aktuelle Gemeindeleben.
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